Die Welt in der wir leben

Wo fängt man an bei etwas so Großem?

Eigentlich müsste es einfach sein – nur dass die Menschen so blind gemacht sind, dass sie die Welt nicht mehr sehen. Dass sie sich selber nicht mehr sehen.
Wir werden so sehr mit Lügen vollgeschüttet, dass wir unser Gefühl für Realität komplett verloren haben.

Bei dem, was ich zu erzählen habe, fühle ich schon die Schublade „Verschwörungstheoretiker“ bei vielen aufgehen, um mich da hinein zu schmeißen.
Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Na klar lese und lerne ich auch. Der Kern ist aber das, was ich sehe, und damit schon keine Theorie.
Ich sehe eine Welt, die besetzt ist von nicht-menschlichen Wesen, Reptos oder wie immer man sie nennen will. „Reptos“ ist passend, es sind Reptoiden (nicht ausschließlich, aber hauptsächlich schon).
Ja, ich weiß, das ist eine bekannte und sehr populäre Verschwörungstheorie, hauptsächlich gepredigt von David Icke. Er behauptet, dass alle reichen Familien und Königshäuser usw. Reptoiden sind, die uns unterdrücken. Und da hat er Recht – bei vielem, was er sagt, aber nicht; und insgesamt kann man ihn einfach nicht ernst nehmen, weil er zu dumm ist, um selbst zu verstehen, wovon er eigentlich redet. Was passiert hierdurch? Die Reptoiden„theorie“ wird lächerlich gemacht. Viele schmunzeln und denken nur „Lass den Spinner reden“.
Und das, obwohl es in Wahrheit noch viel schlimmer ist, als David Icke es darstellt.

Wir alle sind besetzt.
Wir sind alle gefangen und werden leer gesaugt.
Wir alle sind keine hundertprozentigen Meister über unsere eigenen Gedanken. Das Teufelchen, das ins Ohr flüstert, ist kein Märchen.
Unsere Gedanken werden zudem ständig so programmiert, dass wir manche Gedanken einfach nicht haben können. Sie zerfließen im Nichts, bevor man sie richtig fassen kann.
Oder man schaltet um auf Aggressivitätsmodus (achte mal darauf, wie außergewöhnlich aggressiv viele Menschen werden, wenn man z.B. über Chemtrails redet).
Und dann gibt es natürlich noch die Große Rosarote Brille die massiv getragen wird, u.a. von allen Esoterikern, aber auch von vielen anderen, die sich in von Reptos initiierten oder übernommenen Protestbewegungen herumtreiben. Sie sehen nur den Widerstand, wie er wächst und was damit angeblich erreicht wird. Dass diese Widerstandsbewegungen jedoch praktisch nur einkalkulierte Siege erringen, die davon ablenken, was sonst noch alles passiert in der Welt und was viel zu umfangreich ist, um es fassen zu können, sehen sie nicht.
Dass es nicht besser wird, sondern immer schlimmer, wollen Menschen in Protestbewegungen – oder besser gesagt, Ablassfirmen – nicht sehen. Dann wären die Ablässe, die sie sich gekauft oder „verdient“ haben, nichts mehr wert. Das will man nicht wahrhaben.

Wir sind so stark, wenn wir vollständig wir selbst sind!

Aber wo stehen wir?
Wir wissen nicht einmal mehr, wer wir sind, so zerstückelt sind wir. Jahrtausende von Folter haben unsere Seelen auseinander gerissen. Haben uns von uns selbst entfremdet.

Als ich ein kleines Kind war, hatten wir einen Hund. Bevor er zu uns kam, hatte er jahrelang festgekettet in einer Küche gelebt und wurde ständig mit Stöcken geschlagen. Wenn mein Vater mit einer Harke im Garten lief, wurde der Hund ängstlich und aggressiv. War der Hund im Kern bösartig? Nein. Ich habe als Kleinkind alle Zigarettenkippen aus einem Aschenbecher zwischen seine Zähne gedrückt und er hat nichts gemacht… ich war ja ein Kind, das er schützen sollte.

Bei fast allen Frauen sehe ich die Folgen der Hexenverfolgung. Ein Teil von ihnen kann scheinbar nur noch Böses tun, weil er nichts anderes mehr kennt. Dieser Teil ist ängstlich und aggressiv. Er versteckt sich, weil er Angst hat sich zu zeigen. Er will aber gesehen werden, will gesehen werden in dem, was er fühlt. Das darf aber nicht sein. Nach der neuen esoterischen Weltreligion sind Angst und Wut verwerfliche Gefühle, die man transformieren muss. Beim übergroßen Teil der esoterischen Praxis besteht Transformieren daraus, deutlich zu machen, dass die Gefühle nicht erwünscht sind… dass damit der Seelenteil nicht erwünscht ist, und der Teil wird weiter von uns weggestoßen, damit er noch weniger als Teil von uns gefühlt wird, und wir uns „besser“ fühlen.

Genau in diesen Teilen, die schwarzverbrannt vom Scheiterhaufen immer noch schreien, fassungslos darüber, was ihnen warum angetan wurde, steckt so wahnsinnig viel Kraft!!
Der Weg, diese Teile zurückzuholen, ist nicht schön, das ist kein Weg aus herzförmigen Kerzen und Händchenhalten. Diese Teile sind im Schmerz. Immer im Schmerz, und sie werden nicht von sich aus näher kommen.
Um sie zu erreichen (es sind natürlich nicht nur die Frauen und die Hexenverfolgung – wir alle sind auf tausende Arten gefoltert und zerstückelt worden) muss man ihnen näher treten, muss man den Körper schmerzen, damit die Teile sich mit ihm identifizieren können. Damit sie sich in ihrem Schmerz gesehen fühlen. Und langsam Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen können.
Nenn das nie Transformieren! Transformieren ist umwandeln, ändern, damit sagt man dem Teil von vornherein, dass er nicht gut ist so wie er ist. Er ist gut wie er ist! Lasst uns wütend sein, lasst uns Angst haben! Wir brauchen nur die Klarheit, wovor wir Angst haben müssen und wovor nicht, und dass die Teile keine Angst mehr vor uns haben, müssen wir erst mal verdienen.

Wir müssen wissen, worauf wir tatsächlich wütend sind. Und das ist vieles.
Wenn man über Reptos redet, habe ich schon öfter das Argument gehört, dass es schwach und einfach ist, sich einen Täter im Außen zu suchen; dass man damit seine eigene Verantwortung abschiebt.
Ich bin nicht unschuldig, das werde ich nie behaupten. Also dort, wo ich schuldig bin, seid wütend auf mich! Echte, ehrliche Wut bringt mich näher zu mir selbst.
Sei wütend auf deine Eltern, dass sie dir nicht das gegeben haben, was du gebraucht hast. Verständnis warum, Einsehen, dass sie das Beste gemacht haben, Vergebung – ist alles erst möglich, wenn man die berechtigte Wut gelebt und gefühlt hat.

Das Unrecht, das uns angetan wurde, ist so groß und die Welt so voller Lügen, dass viel Wut einfach keine für uns sichtbare Richtung mehr hat. Das ist der Grund, warum es so einfach ist, Menschen in Kriege zu bewegen. Die Lügen, die uns erzählt werden, geben uns ein Auslassventil für angestaute Wut.

Lasst uns unsere Wut wieder kennenlernen! Sie ist das beste Signal dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Lebe sie! Sei laut! Schrei! Zerdepper etwas! – alles besser als die Wut in sich reinzufressen, und das passiert immer, wenn man Wut nicht lebt. Der Verstand kann Wut einfach nicht auflösen. Echte Wut hat immer Recht. Aber wir haben verlernt wütend zu sein. Wir dürfen nicht wütend sein. Wir sind gewohnt „Kleinigkeiten“ runterzuschlucken, bis sie sich so angestaut haben, dass alles in unpassenden Momenten rauskommt, viel zu groß für den momentanen Anlass. Halt dich dann nicht zurück, schrei alles raus! Die wahre Ursache wird sich zeigen.

Und Reptos – wie soll man wütend auf sie sein, wenn man sie nicht sieht?
Jeder Mensch sieht aber die Folgen. Wie Menschen unmenschliche Sachen machen.
Also schimpf den Gift spritzenden Treckerfahrer aus, verfluch den Düsenjägerpilot, der Streifchen am Himmel zieht, usw. Der Satz „Die machen doch nur ihren Job.“ bewegt nichts! Wie sollen sie wissen, dass es Scheiße ist, was sie machen, wenn keiner es ihnen sagt? Wie soll sich dann etwas bewegen?
Nettiquette – ein unmenschliches Nichts! Es macht uns zu zahmen Schäfchen, die vielleicht ein bisschen lauter blöken, wenn ihnen etwas nicht gefällt, aber mehr auch nicht.

Die neue esoterische Weltreligion hat enormen Einfluss darauf, wie wir uns bewegen. Sie umfasst viel mehr als nur die Menschen, die Räucherstäbchen anzünden, Yoga machen und „Om“ singen. Sie reicht viel weiter als alle „Seelenheiler/Energiearbeiter“ und Menschen, die glauben, dass Buddhismus eine bessere Religion sei. Das Kerngedankengut hat sich genau so in unsere Gesellschaft eingefressen wie das Christentum. Und so, wie das Christentum auf viele menschliche Sachen ein Tabu gelegt hat – wir alle in der westlichen Welt haben ein zerstörtes Sexualbild dank der christlichen Indoktrination – legt die Esoterik bei uns allen noch stärker einen Deckel auf den Zugang zu uns selbst. Gewaltfreie Kommunikation und Nettiquette sind Allgemeingut geworden. Alles als Spiegel sehen und erst mal bei sich selbst gucken, bevor man sich überhaupt äußern darf. Dazu kommt die krankhafte Gelassenheit und die Verstärkung der Einteilung von Gefühlen in „gut“ und „böse“. All das wird von der Gesellschaft als „gut“ anerkannt. All das macht uns noch mehr zu Kopfmenschen, die sich noch mehr von dem, wer sie sind, abtrennen.

Es ist in dieser Welt nicht möglich, in Frieden zu leben. Wir sind schon Tausende Jahre in einen andauernden Krieg verwickelt – ein Krieg, der versucht, Menschlichkeit komplett kaputt zu machen. Pazifismus ist hier ein Weggucken, ein Nicht-Wahrhaben-Wollen der Realität, die wir alle spüren. Ob es jetzt aus Feigheit oder Erschöpfung ist, ist egal. Pazifismus bringt uns in unseren Untergang.
Natürlich sehne auch ich mich nach Frieden, aber kein Mensch wird in Frieden leben, solange wir diesen Krieg nicht gewonnen haben.

Schau der Realität ins Gesicht. Im Moment sind wir am Verlieren!! Schau nicht weg, hab Angst!
Kämpfe auf alle möglichen Arten – wie zwecklos sie auch scheinen. Widerstand ist nie zwecklos!! (Ein Autogramm bei Avaaz und Co. aber schon, das ist kein Widerstand, das ist ein Umsonst-Ablass.)

Wir werden nur gewinnen können, wenn wir vollständig wir selbst sind.
Die großen Krieger in uns werden nie zu uns kommen, wenn wir ihnen nicht zeigen, dass wir immer noch kämpfen. Dass wir es nicht aufgegeben haben. Je mehr wir wir selbst sind, desto mehr lernen wir wieder sehen – und nein, das ist nicht schön.
Das, was passieren wird, wenn wir es nicht machen, ist aber noch viel grauenhafter.

2 Gedanken zu „Die Welt in der wir leben“

  1. Ich Stimme mit dir überein. Der Weg zur Freiheit ist nicht einfach. Emotionaler Ausdruck und Verarbeitung der eigenen Verletzungen waren für mich auch sehr wichtig. Das Thema Reptos beschäftigt mich auch und mir ist nicht klar wieviel Anteil davon in mir ist. LG Edgar

  2. Liebender Nelis,

    ich stimme Dir in allem zu.

    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ein „Repto“ evtl. „einfach nur“ ein total gepanzerter Mensch ist (nach Wilhelm Reich), also keine andere Spezies, sondern das größte Extrem an Panzerung der Seele. Dies würde auch die Anteile von Repto in jedem von uns erklären.

    Übrigens, „gewaltfreie Kommunikation“ habe ich umbenannt in „bedürfnisorientierte Kommunikation“, denn Gewalt fängt aus meiner Sicht schon beim Ignorieren von Bedürfnissen (eigener und der anderer) an.

    Ich bin immer noch im VW-Bus unterwegs und komme im Sommer mal in die Müritz… Vielleicht sehen wir uns wieder?

    In Liebe
    Connie (seit einiger Zeit ohne Joey)

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